Titelbild Wandarbeiten

Wandarbeiten

Christian Rudolphs „Tektonite“ entstehen als Resultate spielerischer Experimente, die der Künstler zunächst anhand von Papiermodellen vollführt.1 In einem Abstraktionsprozess trennt er dazu geometrische Flächen – meist Trapeze, aber auch Ovale oder Ellipsen – verformt sie, fügt sie neu zusammen und überträgt das Ergebnis seiner Formensuche in Wandreliefs aus vier Millimeter starkem Aluminiumblech. Zunächst werden mit äußerster Präzision die Oberfläche und die zu Graten erhobenen Verbindungsnähte der Fragmente händisch abgeschliffen. Danach wird die Schauseite der Reliefstruktur bis zu einem Duzend Mal mit einer monochromen Farbschicht lackiert. Diese wird wiederum so lange behutsam abgeschliffen, bis die Oberfläche eine gleichmäßig samtige Mattheit erreicht hat. Nur bei genauer Betrachtung aus nächster Nähe offenbaren sich als Spuren der Bearbeitung feinste Kratzlinien in der Farbe. Wie bei allen Arbeiten sind Christian Rudolph auch bei der Gruppe der „Tektonite“ der künstlerische und der analytisch-technische Ansatz gleichermaßen wichtig und bilden die zwei Ankerpunkte seines bildhauerischen Schaffens.

Jan Wilms, Auszug aus dem Katalog Zwischen Fläche und Raum

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